Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Ratingen

Verleihung "Goldenes Rad" 2026

Verleihung "Goldenes Rad" 2026 © Rheinische Post - Achim Blazy

Verleihung "Goldenes Rad" 2026

ADFC Ratingen verleiht „Goldenes Rad 2026“ an EDEKA Kels in Ratingen-Ost – Stadt Ratingen erhält „Rostiges Rad 2026“

Fahrradfreundlichkeit lohnt sich: 
Der ADFC Ratingen hat in den vergangenen Monaten Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, sich an der Wahl zum „Goldenen Rad 2026“ zu beteiligen. Nominiert werden konnten Einzelhändler, die Radfahrende im Alltag spürbar willkommen heißen – etwa durch sichere Abstellmöglichkeiten, einen serviceorientierten Umgang oder kreative Ideen rund um das Fahrrad. Ebenso konnten Vorschläge für den „Rostigen Radler“ eingereicht werden. Diese Auszeichnung richtet sich an Orte oder Geschäfte, bei denen der Besuch mit dem Fahrrad bislang wenig attraktiv ist. 
Ziel ist kein Bloßstellen, sondern ein konstruktiver Impuls: 
Der ADFC möchte auf Verbesserungsmöglichkeiten aufmerksam machen und damit Anstöße für mehr Fahrradfreundlichkeit geben – gerade mit Blick auf eine besonders kaufkräftige Kundschaft, die häufig mit dem Rad unterwegs ist.
Auf Basis der zahlreichen Vorschläge hat ein Gremium des ADFC Ratingen nun die Preisträger 2026 gewählt.

Der EDEKA Supermarkt Kels in Ratingen Ost gewinnt das „Goldene Rad 2026“.
Im Gegensatz zu vielen anderen Supermärkten befinden sich hier zahlreiche Fahrradabstellmöglich-keiten in unmittelbarer Nähe zum Haupteingang. Die Fahrradständer bestehen nicht aus sogenannten „Felgenkillern“, sondern aus praktischen Bügeln, an denen die Räder sicher angeschlossen werden können. Lastenräder können abgestellt werden, ohne Fußwege zu blockieren, und E-Bikes können kostenlos aufgeladen werden – eine Kombination, die dem ADFC Ratingen von keinem anderen Ratinger Supermarkt bekannt ist. Auch wenn das Niveau bereits hoch ist, ist nicht alles perfekt: Bei der Verkehrsführung über den Parkplatz wurden Radfahrende nicht mitgedacht, und eine Freigabe der Einbahnstraße zur Homberger Straße für Radfahrende würde die gute Situation noch weiter verbessern.

Die Stadt Ratingen gewinnt das „Rostige Rad 2026“ für das Calor-Carree.
Entlang der Calor-Emag-Straße befinden sich zahlreiche Supermärkte, Einzelhändler, Arztpraxen, Steuerberatungen und Fitnessstudios. Das gesamte Areal wurde in den 2000er-Jahren – städteplanerisch also erst vor kurzer Zeit – entwickelt und gebaut. Die genannten Geschäfte könnten von den Bewohnerinnen und Bewohnern der nahe gelegenen Wohnsiedlung an der Gustav-Linden-Straße und der Daagstraße prinzipiell bequem erreicht werden – leider nicht mit dem Rad. Bereits die Zu-fahrt vom Wilhelmring aus ist für Radfahrende problematisch, weil sie sich zwischen den Pkw-Verkehr „einklemmen“ müssen. Aus Richtung Graf-Adolf-Straße kommend gibt es auf dem Wilhelmring für Radfahrende gar keine Möglichkeit, in die Calor-Emag-Straße abzubiegen. Ist man dann doch angekommen, existieren zahlreiche Pkw-Stellplätze auf beiden Seiten sowie mehrere – teils kostenlose – Parkhäuser; der Radverkehr hat bei der Planung des Areals jedoch offensichtlich keinerlei Rolle gespielt. Es gibt keine Radwege und keine geeigneten Möglichkeiten, ein Rad abzustellen – Fahrradinfrastruktur ist schlichtweg nicht vorhanden, obwohl sie einfach zu schaffen wäre, denn Parkdruck für Pkw besteht hier kaum. Trotzdem parken häufig Pkw auf Abbiegespuren und behindern so den Fuß- und Radverkehr zusätzlich. Einzelne Einzelhändler haben zwar selbst sogenannte „Felgenkiller“ als Abstellplätze für Radfahrende aufgestellt; die Räder ragen dann allerdings auf die Gehwege und sorgen für zusätzliche Konflikte. Manuel Wenk von der AG Wegenetz des ADFC Ratingen formuliert es so: „Das Calor-Carree hat sich das „Rostige Rad 2026” redlich verdient. Für einen Besuch beim Einzelhandel in der Ratinger Innenstadt ist die Calor-Emag-Straße mit Abstand die schlechteste Wahl für Radfahrende. Wenn man bedenkt, dass das Gebiet erst vor ca. 20 Jahren gebaut wurde, ist das eine Katastrophe.“

Erster Erfolg nach Kontakt mit der Stadt Ratingen
Die Aktion des ADFC Ratingen hatte zumindest einen kleinen Erfolg. Nach der Anfrage des ADFC, ob die Stadt bereit wäre, den „Rostigen Radler“ entgegenzunehmen, wurde die Anfrage zwar höflich abgelehnt, zugleich wurden aber kurzfristig drei Fahrradbügel auf einem Parkplatz in der Nähe des Aldi-Supermarkts aufgestellt – eine Maßnahme, die bereits vor mehreren Jahren im Bezirksausschuss beschlossen, aber nie umgesetzt worden war. Tim Fuhrmann, Sprecher der AG Wegenetz des ADFC Ratingen, sagt hierzu: „Wir freuen uns, dass das ‚Rostige Rad‘ zumindest einen kleinen Erfolg gezeigt hat – auch wenn die drei Bügel natürlich viel zu wenig sind und der ausgewiesene Lastenradstellplatz wegen einer Warnbake leider unbenutzbar ist. Wir hoffen, dass hier kurzfristig noch mehr passiert.“
 


https://ratingen.adfc.de/pressemitteilung/verleihung-goldenes-rad-2026

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