Steffen Genieser
Vorstand - Tourenwart, zertifizierter TourGuide
Tel.: 0151 50730711,
Steffen.Genieser@adfc-ratingen.de

Interview mit Vorstand (Tourenwart) und TourGuide Steffen Genieser
Steffen, seit 2017 bist du TourGuide und seit 2025 auch Tourenwart der Ortsgruppe Ratingen und darüber hinaus in der AG Touren des Kreisverbandes aktiv.
Was motiviert dich, diese wichtigen Funktionen beim ADFC auszuüben?
Da ich selbst erleben darf und durfte, wie viel mehr Spaß das gemeinsame Radfahren in der Gruppe (siehe auch nächste Frage) macht, war es für mich ein logischer Schritt, selbst Touren durchführen zu wollen oder auch ab und zu „nur“ mal als Teilnehmer mitzufahren.
Ein vielfältiges Tourenangebot, wie es die OG Ratingen anbietet, fällt jedoch nicht vom Himmel, sondern bedarf vieler helfender Hände. Als ich gefragt wurde, ob ich mir die Übernahme der Aufgaben des Tourenwarts vorstellen kann, erschien mir das fast wie ein logischer, nächster Schritt. Aktuell habe ich noch immer das Gefühl, mich in einer Art „Findungsphase“ zu befinden, hoffe aber, dass ich künftig routinierter meinen Beitrag dazu leisten kann, dass unser Tourenprogramm aufrechterhalten wird und möglichst viele Teilnehmer*innen eine schöne Radtour erleben. Und wenn man nach einer Tour noch einen schönen Einkehrschwung anschließen kann, spricht das für einen gelungenen Tag!
Wie bist du denn zum ADFC gekommen?
Ca. 2012 bin ich auf die Feierabendtouren unserer Ortsgruppe aufmerksam geworden. Ich war auf Anhieb begeistert von den vielen Streckenabschnitten, die ich in der Ratinger Umgebung selbst noch nicht entdeckt hatte. Und darüber hinaus fand – und finde – ich es sehr viel geselliger, in einer Gruppe zu radeln.
Was zeichnet deiner Meinung nach einen guten Tourguide aus?
Ohne jetzt auf die ganzen (Sicherheits-)Aspekte der TourGuide-Ausbildung eingehen zu wollen, halte ich es für sehr wichtig, dass TourGuides eine hohe Bereitschaft haben, mit ihren Teilnehmer*innen in einer positiven Form zu kommunizieren. Alle wollen schließlich ein schönes Erlebnis beim Radfahren haben, und dazu gehört ein gutes Miteinander. Ebenso wichtig ist die Bereitschaft, möglichst flexibel auf unvorhergesehene Situationen zu reagieren.
Was nimmst du grundsätzlich auf jede Tour mit?
Neben meiner persönlichen Ausrüstung wie Getränke, Verpflegung und ggf. Regenkleidung ist mein Navigationsgerät für mich ein wesentliches Instrument. Beim Einsatz von mehreren TourGuides hat sich bei uns auch der Einsatz von Headsets sehr bewährt, welche die Kommunikation zwischen dem 1. und dem 2. TourGuide deutlich erleichtern.
Und für die unvorhersehbaren – und hoffentlich nur sehr seltenen – Pannen sind natürlich ein paar Basiswerkzeuge dabei, womit auch den Teilnehmer*innen ausgeholfen werden kann. Hier hat es sich bewährt, dass wir unseren Teilnehmer*innen – fast schon „gebetsmühlenartig“ – nahelegen, passende Ersatzteile für ihren jeweiligen Fahrradtyp, z.B. einen passenden Zwei-Enden-Schlauch, mitzunehmen, da auch der beste TourGuide kein umfassendes Ersatzteillager mit sich führen kann.
Und damit bei einem hoffentlich nur sehr selten vorkommenden Unfall eine Erstversorgung möglich ist, habe ich natürlich auch mein Erste-Hilfe-Set dabei.
Gibt es ein ganz besonderes Erlebnis während deiner TL-Zeit, an das du positiv oder negativ zurückdenkst und von dem du uns erzählen möchtest?
Es gibt sehr viele schöne Erlebnisse auf unseren Radtouren, die hier sicher den Rahmen sprengen würden. Ein besonderes Ereignis, das mir jedoch im Gedächtnis haften geblieben ist, ist leider mit einem Unfall verbunden. Eine vor mir fahrende Teilnehmerin stürzte und schlug mit dem Kopf sehr hart auf das Pflaster auf. Ich war zunächst schockiert und befürchtete das Schlimmste. Zum Glück stellte sich bei der ärztlichen Untersuchung heraus, dass außer einem „Brummschädel“ und einer ersten Benommenheit unmittelbar nach dem Sturz keine ernsthaften Verletzungen aufgetreten waren. Allerdings war der Fahrradhelm der Teilnehmerin an verschiedenen Stellen gebrochen. Der Helm hat aber sicherlich schlimmere Verletzungen verhindert.
Gerade vor dem Hintergrund dieses „live“ miterlebten Unfalls bin ich froh, dass sich die Ratinger TourGuides verbindlich dafür ausgesprochen haben, auf unseren Touren das Tragen eines Helms zur Pflicht zu machen.
Was sagst du persönlich zu der wachsenden Zahl an E-Bikes im Straßenverkehr und bei ADFC-Touren – Fluch oder Segen?
Ich stehe auf dem Standpunkt, dass jeder Kilometer auf dem Fahrrad einer ist, bei dem ein Auto stehen bleiben kann – unabhängig davon, ob es sich um ein Pedelec oder ein Fahrrad ohne Unterstützung handelt. Ich sehe es daher eher positiv, wenn Radfahrende aufgrund der Erleichterung, die ihnen ein Pedelec beim Fahren bieten kann, eher auf das Rad steigen als ins Auto.
Wichtig erscheint mir, dass sich Pedelec-Fahrer*innen mit ihrem Pedelec gut vertraut gemacht haben und – im Idealfall – vielleicht auch ein Fahrsicherheitstraining absolviert haben.
Was sind deine Lieblingstouren in der Umgebung bzw. was ist dein persönlicher Tourentipp?
Schwer zu sagen. Es gibt so viele schöne Touren in der Ratinger Umgebung. Aber als Nutzer eines nicht unterstützten Rades (neudeutsch: „Bio-Bike“ – ich mag diesen Begriff eigentlich überhaupt nicht …), der obendrein nicht gerade „steigungsaffin“ ist, zieht es mich eher Richtung Rhein/Niederrhein. Besonderen Spaß macht mir dabei eine Tour zum Landschaftspark Duisburg-Nord: zum einen, weil die Tour über weite Teile durch viel Wald und Natur geht, zum anderen, weil auch viel von der Industriekultur unserer Region spür- und erfahrbar wird.
März 2026







