Der Kummerower See

Schaubild des Kummerower Sees © ADFC Ratingen

An der Grenze von Mecklenburg nach Vorpommern

Eine Mehrtagestour des ADFC Ratingen an den Kummerower See und die Peene.

Mecklenburg-Vorpommern ist allgemein bekannt durch seine Seenlandschaft und besonders durch seine Küste. Aber in diesem Bundesland gibt es  Landschaften und Gegenden, die bei den Menschen Unverständnis auslösen, wenn man sie erwähnt. Sie sind einfach unbekannt.
Die Gegenden um den Kummerower See und an der Peene gehören noch dazu.

Das Ziel dieser Tour war deshalb einfach auch: Landschaft entdecken! Und die Menschen dort.
Und das ist wohl gelungen.

Standort unseres Aufenthaltes für die Woche war das Hotel Gravelotte am Kummerower See. Das Hotel liegt sehr schön direkt am See und bietet schon allein für sich eine schöne Aufenthaltsqualität. Als Ausgangspunkt für Touren in der Umgebung des Sees ist es sehr gut geeignet. Es gibt übrigens auch eine sehr gute Küche!

Samstag, den 8.6.24 - Anreise
Eigentlich ist eine Strecke von ca. 650 km – zumal überwiegend auf der Autobahn eine überschaubare Distanz, die auch mit einem Bus in vernünftigen Zeiten zu bewältigen sein sollte. Schon wenige Kilometer nach dem Start in Ratingen standen wir im ersten Stau. Bis hinter Hamburg wiederholte sich das dann fast endlos.
Ergebnis: Nach einer langen Busfahrt erreichten wir unser Ziel, das Hotel Gravelotte in Meesiger am Kummerower See, in den letzten Minuten der erlaubten Fahrtzeit des Busfahrers. Altin hat uns gut gefahren! Versöhnt wurden wir dort aber von schönem Wetter und herrlichen Aussichten auf den Kummerower See. Schlusspunkt war dann das Restaurant in Gravelotte – sowohl Küche als auch Theke!

Sonntag, den 9.6.24 - Tour zu den Ivenacker Eichen – ca. 51 km
Die Wettervorhersage versprach einen schönen und sonnigen Tag. Es sollte tatsächlich so kommen. Ziel der ersten Tour ist das erste Nationale Naturmonument Deutschlands – der Ivenacker Tiergarten. Bekannt ist der Schlosspark (mit Baumwipfelpfad) in der mecklenburgischen Gemeinde Ivenack bei Stavenhagen wegen seiner uralten Eichen. Die Ivenacker Stieleichen, auch Tausendjährige Eichen genannt, gehören zu den ältesten Eichen in Europa. Sie sollen 800 bis 1.300 Jahre alt sein. Der Rundgang über den 620 m langen Baumkronenpfad bot einen wunderbaren Überblick über den Park. Über Stavenhagen, der Geburtsstadt von Fritz Reuter, ging es - mit einem kleinen Schlenker über Kummerow - weiter zum Abendessen in den Märchengarten in Grammentin.  

Montag, den 10.6.24 – Die erste Peenetour - ca. 50 km
Der nächste Tag – auch jetzt war uns Petrus wieder weitgehend gnädig - führte uns immer relativ nahe an der Peene entlang. Ein Wasserwanderrastplatz, ein paar sandige Wege, viel Natur und Landschaft lagen auf der Strecke. Aber: Da die Wege teilweise doch noch sehr ursprünglich sind, hieß es gelegentlich: „Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt!“ Über Demmin - einer alten Hansestadt, in der wir eine ausgedehnte Kaffeepause machten - erreichten wir Dargun. Die Stadt Dargun weist eine gewaltige Kloster- und Schlossanlage auf. Der urwüchsige Klosterladen, der selbst hergestellte Produkte anbietet, verlockte natürlich zum Einkaufen. Das Abendessen gab es dann im Poggenkrug. Höhepunkt war dann die erste Peeneüberquerung mit der Fähre an der Aalbude. 3-mal musste der Fährmann mit uns und unseren Rädern übersetzen.

Dienstag, den 11.6.24 – Einmal rund um den Kummerower See - ca. 51 km
Dieser Tag begann ausnahmsweise mal sehr stürmisch. Wir starteten natürlich trotzdem zu unserer Tour rund um den Kummerower See. Es ist ständig erkennbar, wie ausladend der Nassbereich des Sees ist. Wir versuchten, immer möglichst nahe am Ufer zu bleiben, Eine Umrundung des Sees ist teilweise nur mit erheblichem Abstand möglich (Überflutungsgebiet des Sees). Über Kummerow, Malchin und Salem ging es nach Neukalen. Die Kaffeepause machten wir im Peenecafé in Malchin. Bis Neukalen war das Wetter hervorragend. Zu unserem Glück machte Petrus dabei nur während des Zeitraums unseres Abendessens in Neukalen eine Ausnahme. In dieser Zeit holte er dann aber auch alles nach: Es schüttete wie aus Eimern! Weiter ging es dann aber wieder trocken bis zur Aalbude. Dort erwartete uns schon der Fährmann. Nach uns machte er dann Dienstschluss ????.

Mittwoch, den 12.6.24 – Beim Imker und Bürgermeister - ca. 39 km
Wer bekommt schon eine Einladung von einem Bürgermeister?
Das erlebten wir am kommenden Tag in Törpin. Dort wurden wir sehr herzlich empfangen und konnten in einem herrlichen Garten den leckeren Kuchen und Kaffee genießen. Zusätzlich erfuhren wir Interessantes über die Imkerei. Das Wetter war etwas durchwachsen, lies aber die schöne Tour doch zu. Ein paar Tropfen machen uns ja nichts aus, oder? Das Abendessen gab es im Hotel, wir hatten schon am Morgen die Gerichte gewählt.

Donnerstag, den 13.6.24 – Mit dem Schwan auf die Insel - ca. 46 km
Unsere heutige Tour startete etwas später und führte erst einmal zu einer ausgiebigeren Besichtigung von Malchin – natürlich mit einer Kaffeepause. Unser Hauptziel war das Abendessen beim Moorbauern. Die Erreichbarkeit ist stark eingeschränkt: mit Boot oder mit Schwan! Die ganz Sportlichen konnten die Schwanenüberfahrt bevorzugen und mit den urigen Tretbooten die Peene überqueren. Die Anderen ließen sich fahren. Für einen Teilnehmer wurde der Tag noch zu einem besonderen Erlebnis. Für Alle galt aber: Petrus war still!

Freitag, den 14.6.24 – Nach Loitz: Noch eine Peenetour - ca. 68 km
Die Peene beginnt am Kummerower See und schlängelt sich dann in vielen Windungen nach Nordosten. Dieser Strecke sind wir heute ein weiteres Stück gefolgt. Es ging noch einmal über Demmin nach Loitz. In Loitz kann man sehr intensiv mitverfolgen, wie schwierig es ist, in diesen sehr ländlichen und dünn besiedelten Gebieten den Wandel in die Gegenwart zu bewältigen. Verfall und Entwicklung stehen direkt nebeneinander. Entlang der Peene und über die Trebel ging es dann wieder in Richtung Kummerower See. Ziel war heute das Abendessen in der Aalbude. Das folgende Übersetzen über die Peene war uns nun schon sehr geläufig und machte einfach Spaß. Leider das letzte Mal!

Samstag, den 15.6.24 – Zum Traumschloss in Basedow - ca. 55 km
Am letzten Tag radelten wir vorbei an Malchin – und dabei über eine nigelnagelneue Fahrradtrasse, die noch auf keiner Karte verzeichnet war! - nach Basedow zu einer der bedeutendsten Schlossanlagen Mecklenburg-Vorpommerns. Es ist ein lohnenswertes Ziel, denn die umschließende Dorfanlage mit Schloss, Park, Marstall und Kirche sowie anderen Baudenkmalen stehen unter Gebiets-Denkmalschutz. Vorbei an einigen Hünengräbern ging es an die Rückfahrt, als es doch noch einmal einen heftigen Schauer gab. Zu unserem Glück erwischte er uns aber direkt neben einer Scheune in Mittelhof Gessin, die vom Bauern für uns geöffnet wurde. Wir hatten eine halbe Stunde eine gesellige Zeit mit ihm und konnten dabei eine Kunstausstellung seiner Frau bewundern: ein Kulturhof!
Danach noch mal quer durch Malchin und dann zurück zum Hotel. Der letzte Abend steht an und das Restaurant in Gravelotte wartet.  

Sonntag, den 16.6.24 - Rückfahrt
Die Rückfahrt steht an. In dem modernen Fahrradanhänger sind die Räder schnell und sicher verladen. Wir helfen natürlich wieder. Aber: Auch an diesem Tag wurde die Busfahrt wieder zu einer Geduldsprobe.

Ein herzliches Dankeschön gilt unseren Tourenleitern Dieter und Burkhard    

Ingid Grazikowske

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Unsere Widmung im Gästebuch des Hotels Gravelotte

Unsere Widmung im Gästebuch des Hotels Gravelotte

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